Brasiliens musikalische Jahreszeiten

Samba ist weltbekannt als DIE Musik Brasiliens. Das ist sie bestimmt, aber nicht die einzige. An wenigen Orten gibt es wohl eine grössere Vielfalt an Stilen, Sängern, Rhythmen als in Brasilien, und eine der vielfältigsten Städte ist Salvador da Bahia. In Salvadors tropischem Klima, kann man selbst die Jahreszeiten einfacher an den vorherrschenden Musikrichtungen messen, als an den geringen Temperaturschwankungen: Karneval ist die Zeit der Axé, Mai und Juni vor den Feierlichkeiten zur Johannisnacht (Sao Joao) die Zeit der Forró, und von da an bis zum nationalen Tag des Samba im Dezember herrscht dieser Tanz natuerlich vor. Samba-Reggae, Bossa Nova, Tropicalia und viele andere Richtungen werden natuerlich das ganze Jahr über gespielt und getanzt!

Mehr details gibt es auf:

http://lettersfromworld.wordpress.com/2010/03/15/musical-seasons-%e2%80%93-or-one-season-of-music/

Viel Spass beim Lesen, Hören, Singen, Tanzen!

Viele Grüsse

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Sonntag in Brasilien

Es ist Sonntag in Brasilien.

Im “katholischste Land der Welt” ist der Sonntag in Brasilen natürlich für viele Familien von Kirchgängen geprägt, die in vielen der Kirchen hier sonntags im zwei-Stunden-Takt abgehalten werden.

Aber in noch mehr Familien ist es einfach der Tag der Familie. Familie spielt in brasilianischen Familien eine grosse Rolle, wenn auch auf eine andere Weise als in Deutschland. Auch im modernen Leben hier, es gibt sie noch, die Grossfamilien. In vielen Fällen ist das einach Definitionssache. Familie sind nicht nur Eltern, Geschwister , Grosseltern und Verwandte Onkel und Cousins ersten Grades. Im Gegenteil: Onkel, Tanten und Cousins dritten ,vierten und fünften Grades sind eben einfach  Cousins oder “Tios” und “Tias”, um wie viele Ecken, das wird gar nicht gezählt. In kleineren Orten ist “Tio” und “Tia” auch gleichzeitig eine liebevoll-respektvolle Anrede von Kindern an ältere, die diese Anrede beim Heranwachsen für gute Freunden der Familie einfach beibehalten – und schon sind diese quasi Teil der Familie.

So kommen in vielen Familien leicht 20 bis 30 etwa gleichaltrige “Cousins” zusammen… und es ist leicht, für verschiedenste Freizeitaktivitäten Gleichgesinnte direkt innerhalb der Familie zu finden. Geburtstagsfeiern füllen leicht Festsääle, und irgend jemand könnte immer zu Besuch kommen. Mit Vorliebe am Sonntag.

Zeit mit der Familie zu verbringen heisst oft, bei einem Familienmitglied zu Hause. So ist der Sonntag auch der Tag, an dem die Strassen wie leergefegt sind, an dem Internet  und Telefonlinien stark belasted sind und wohl die meisten Fernseher laufen.

Nur zwei Orte sind sonntags sehr frequentiert: Bars und der Strand! Wer würde auch nicht ein kühles Bier und ein Bad im lauwarmen Atlantik am Palmenstrand geniessen? Übrigens auch sehr geeignet für einen Familienausflug!

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In Brasilien beginnt das Jahr wenn der Karneval endet

Ein frohes neues Jahr aus Brasilien!

So neu ist das Jahr 2010 doch gar nicht mehr, ausser in China, wo gerade am vergangenen Sonntag, dem 14. Februar, der erste Tag des neuen Jahres, des Jahres des Tigers, gefeiert wurde – gerade während in grossen Teilen der westlichen Welt verliebte Paare Valentinstags-Geschenke austauschten und sich bei romantischem Kerzenschein hinter verschneiten Fenstern ewige Liebe schworen.

In Brasilien wurde keinem dieser Bräuche an diesen Tagen besonders viel Bedeutung beigemessen: es war Karneval. Kaffeebraune Samba-Tänzerinnen flimmerten in schillernd bunten Kostümen zu heissen Rhythmen durch das Sambadromo-Stadion in Rio und über die Fernseh-Bildschirme Brasiliens und der Welt. Traditionelle Riesenpuppen wurden als Karikatur von Politikern und bekannten Persönlichkeiten durch Olindas barocke Altstadtstrassen getragen, und kamen damit dem Karneval wie man ihn in Deutschland – oder besser im Rheinland – kennt,  wohl noch am nächsten. In Salvador an Brasiliens Nordostküste brachten populäre Bands mit mitreissender Axé-Musik und Trommel-Rhythmen der Samba-Reggae Gruppen Olodum und Timbalada über drei Millionen Menschen aus aller Welt zum tanzen. Wenn diese einzigartige Mischung der Melodien und Rhythmen von überdimensionalen und komplett mit Lautsprechern verkleideten Trucks den sogenannten “Trio Eletricos” entlang der palmengesaeumten Strandpromenade dröhnt, bleibt bleibt keiener in der ebenso vielfältigen Menschenmenge still stehen – alle lassen sich irgendwann von der allgemeinen Euphorie mitreissen. Vom Donnerstag der Weiberfastnacht, über Rosenmontag bis Faschingsdienstag wird sechs Tage am Stück von mittags bis zum Morgengrauen gefeiert, und selbst am Aschermittwoch ist noch nicht alles vorbei sondern wer noch Kondition hat folgt der Abschieds-Parade “Arrastão”, in der die besten Bands die beliebtesten Hits des Jahres noch einmal spielen, vermischt mit Songs die speziell vom Abschied und schon der Sehnsucht nach dem nächsten Karneval handeln. Gleichzeitig kommen die Samba-Paraden Rios mit dem Tanz der Sieger, also den besten Gruppen aller vorherigen Tage zu einem spektakulären und schillernden Höhepunkt. Und erst am nächsten Tag, dem Donnerstag, ist alles vorbei. Der Karneval, und mit ihm der Brasilianische Sommer, Zeit der Feste, Shows, Reisen und Ferien, die für viele in den Weihnachtstagen begann.

Und erst wenn der Karneval vorbei ist, wenn all die Kostüme gezeigt, alle neuen Songs gespielt und alle Feste gefeiert sind, erst dann kommt wieder der gewohnte Rhythmus ins alltägliche Leben. Dann füllen sich Schulen und Universitäten, Geschäfte und Büros. Und unabhängig von Religionen und Kalendern sondern ganz pragmatisch und realistisch sagt der Brasilianer: das neue Jahr beginnt nach dem Karneval.

In diesem Sinne: Ein frohes neues Jahr aus Brasilien!

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